Die Individualpsychologie

Die Grundlage meiner Beratung ist die Haltung der Individualpsychologie nach Alfred Adler. Sie hat ihren Ursprung im Jahr 1911 und gehört neben den psychologischen Schulen von Sigmund Freud und Carl Gustav Jung zu den Grundpfeilern der modernen Psychologie. Wesentliche Inhalte und Thesen der Individualpsychologie sind die Ganzheitlichkeit des Menschen, seine Zielgerichtetheit, die Gleichwertigkeit, Gemeinschaftsleben, die Ermutigung und der Lebensstil. Gründer, Persönlichkeiten und Wegbereiter der Individualpsychologie sind Alfred Adler, Rudolf Dreikurs, Erik Blumenthal und Theo Schoenaker.

Die Grundprinzipien der Individualpsychologie

Die Individualpsychologie geht von drei Grundprinzipien aus. Ein Prinzip ist die Ganzheitlichkeit. Die Individualpsychologie sieht den Menschen als unteilbares Ganzes (lat. Individuum = das Unteilbare). Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit. Sie sieht den Menschen als selbstverantwortlich für sein Tun, sein Handeln. Dies gibt ihm die Kraft und Möglichkeit aus einer scheinbaren Opferhaltung in sein eigenes schöpferisches Potential zu kommen und so sein Leben selbst in die Hand zu nehmen - selbst zu gestalten.  

Das zweite Prinzip ist die Zielorientiertheit des Menschen. Wir verstehen einen Menschen nicht, wenn wir nach den Ursachen seines Verhaltens fragen und seine Gründe kennen, wie es die landläufige Meinung ist. Wenn wir einen Menschen verstehen wollen, können wir beobachten, was er tut. In seinem Handeln zeigt sich sein ursprüngliches Ziel. Jeder Mensch verfolgt mit seinem Handeln bestimmte Ziele, die er selbst gewählt hat, mal mehr bewusst, mal weniger bewusst. Wenn er dieses Ziel kennt, hat er die Chance, sich nicht länger als Opfer von Umständen zu sehen, sondern er hat die Chance, zum Gestalter seines Lebens zu werden. Die Entscheidung liegt bei ihm. Das ist die große Chance, die die Individualpsychologie dem Einzelnen ermöglicht: Der Mensch kann sich, geführt durch eine Beratung, seinen Zielen bewusst werden und sein Leben eigenverantwortlich in die Hand nehmen. Der Gewinn ist Selbstbestimmung, Entscheidungsfreiheit und eine höhere Lebensqualität. Darin begleite ich Sie gerne!

„Wenn wir verstehen was mit uns los ist,
haben wir schon den ersten Schritt zur Änderung getan." 
Khema

Die Förderung der sozialen Gleichwertigkeit innerhalb der Gesellschaft, ist die Hauptforderung der Individualpsychologie und stellt damit das dritte Prinzip dar. Soziale Gleichwertigkeit meint, dass jeder Mensch ebenbürtiger und gleichwertiger Partner in einer gemeinsamen Aufgabe ist, unabhängig seiner Rasse, seines Geschlechts, seines Alters, seiner Bildung, seines Stands und Könnens usw. Die Gleichwertigkeit bereits mit dem Menschsein gegeben und wird nicht durch Leistungen oder Wissen erworben. Wenn der Mensch sich als zugehörig empfindet, erlebt er ein Gefühl des Angenommenseins, so wie er ist und den Zustand sozialer Gleichwertigkeit.

Der Mensch als soziales Wesen

Alfred Adler sah den Menschen als ein soziales Wesen und war überzeugt, dass der Mensch Menschen braucht, um Mensch zu werden. Daher stellt die Individualpsychologie die menschlichen Beziehungen in den Mittelpunkt. Der Mensch braucht jedoch nicht nur irgendwelche Beziehungen, um sich zu entwickeln, sondern er braucht gelungene Beziehungen, um sich bestmöglichst zu entwickeln. Das Gefühl von Zugehörigkeit und Gleichwertigkeit sind die tragenden Säulen des Menschens innerhalb der Gemeinschaft. Sie geben ihm das Gefühl, angenommen zu sein, so wie er ist. Dadurch fühlt er sich frei und motiviert zum Wohle der Gemeinschaft beizutragen.

Der Schlüssel liegt in der eigenen Kindheit

Alfred Adler sah die Analyse der Kindheitserinnerung als die aufschlussreichste Methode, um den Menschen in seiner Meinung und seinem Verhalten zu verstehen. Die Kindheitserinnerungen dienen dem Entschlüsseln der Charakterbildung. Die gewonnenen Erkenntnisse bieten dem Erwachsenen die Chance, bei Bedarf seine gefestigten Überzeugungen und Interpretationen anzuerkennen und sich in seinem Verhalten neu zu orientieren. Nach Adler sind Erinnerungen eine Auslese, Einstellungen oder Erfindungen vergangener Erzeugnisse seitens des Individuums. Diese sind an seiner zugrundeliegenden Stimmung, seinem Ziel und seinem Interesse angepasst. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, jedoch kann der Mensch sie für sich neu interpretieren. Wertvolle und weiterbringende Unterstützung findet er durch individualpsychologischen Methoden und Techniken.